Ein Lego-UV-Drucker ist ein Desktop-UV-Drucker, der deine eigenen Motive direkt auf Minifiguren, Steine und Fliesen druckt.
„Lego-UV-Drucker" ist die Bezeichnung, die viele für diese Art Maschine nutzen, deshalb verwenden wir sie ebenfalls. Tatsächlich funktioniert die Methode aber auf Steinen und Minifiguren jeder Marke.
Für AFOLs, also erwachsene Lego-Fans, eröffnet das neue Wege, Builds zu personalisieren und einzigartige Teile zu schaffen. Für kleine Unternehmen hilft es, individuelle Designs und Wiederholbestellungen zu produzieren, ohne jedes Stück von Hand zu fertigen.
In diesem Guide zeigen wir dir, was du drucken kannst, wie du auf kleinen Teilen bessere Ergebnisse bekommst und worauf du bei einem UV-Drucker für eigene Brick-Projekte achten solltest. Wenn du eine Lego Figur selber gestalten möchtest, findest du hier den passenden Einstieg.
Lieber schauen statt lesen? Das Video dauert keine drei Minuten und führt dich vom Foto zur gedruckten Minifigur.
Was kannst du auf Minifiguren und Steine drucken?
Individuelle Minifiguren sind der natürliche Ausgangspunkt, aber UV-Druck kann deutlich mehr als Gesichter und Kleidung.
Hier sind einige Beispiele, die du mit einem UV-Drucker wie dem eufyMake E1 umsetzen kannst.
Custom Minifiguren
Du kannst vollfarbige Designs auf Köpfe, Torsos, Arme, Hände und Beine drucken, einschließlich Gesichtsausdrücken, Kleidung, Rüstungen, Logos und Hauttönen.
So entstehen Custom Lego Figuren, die aussehen, als kämen sie aus deiner eigenen Ideensammlung statt aus einem Katalog.
Soll ein Motiv über Kopf, Torso und Beine laufen, hilft ein Grundplatten-Jig, die Teile im selben Druckdurchgang ausgerichtet zu halten.
Für gebogene Bereiche wie Köpfe, Arme und Hüte testest du das Motiv zuerst an einem Ersatzteil, um zu sehen, wie viele Details sichtbar bleiben.

Individuelle Steine und Fliesen
Flache Fliesen sind ein guter Start, weil sich ihre Oberflächen leichter positionieren und bedrucken lassen.
Du kannst Albumcover, Illustrationen, Logos, Muster oder Texte auf eine Fliese oder einen Stein bringen und so ein personalisiertes Lego Bild als eigenes Deko-Stück schaffen.
Wenn du ein größeres Motiv über mehrere Steine ziehen willst, ordnest du sie in einem Jig zusammen an und druckst das Design über ihre Oberflächen. Ein festes Layout hält das Bild von Stein zu Stein fluchtend.
Legosteine bedrucken funktioniert dabei nicht nur auf Originalteilen, sondern auch auf kompatiblen Klemmbausteinen, solange Oberfläche und Größe passen.
Und wenn du einen Lego Schlüsselanhänger selber machen möchtest: Ein bedrucktes Kleinteil lässt sich mit einem passenden Schlüsselring-Bauteil zu einem individuellen Anhänger kombinieren.

Bild: Eric Ledbetter
Custom Lego-Sticker
UV-DTF-Druck erzeugt Sticker, die du auf ein Teil pressen kannst. Der Drucker bringt das Motiv auf eine Folie auf, und die Folie schmiegt sich an die Oberfläche an. So erreichst du Rundungen, die der Direktdruck nicht schafft, etwa die Oberseite eines Helms oder eine gerundete Schräge. Beim Abziehen der Folie bleibt nur der Druck selbst zurück, du musst also keine Kontur von Hand schneiden. Du bekommst ein gedrucktes Decal ohne den dicken Rand eines klassischen Stickers.
Erhabene 3D-Textur ergänzen
Der eufyMake E1 kann erhabene Texturen bis 5 mm Höhe aufbauen. Wenn eine flache Grafik zu simpel wirkt, kannst du erhabene Schriftzüge, Logos, Rüstungsdetails oder Ziermuster ergänzen, um dem Design mehr Tiefe zu geben.

Bild: Wen-Yu Chang
Auf 3D-gedruckte Minifiguren drucken
Wenn du eigene Minifigur-Formen bereits mit einem 3D-Drucker herstellst, kannst du ihnen mit UV-Druck vollfarbige Motive geben.

Bild: Eric Ledbetter
So druckst du eine Custom-Minifigur mit dem UV-Drucker
Bevor du einen UV-Drucker besitzt, kannst du eine Minifigur auch auf andere Weise individualisieren, wobei jede Variante einen Kompromiss verlangt.
- Nassschiebebilder sind am günstigsten und am fehlertolerantesten: Du druckst das Motiv auf Decal-Papier, befeuchtest es, schiebst es auf das Teil und richtest es aus, bis es trocknet. Das Motiv bleibt dabei ein Film auf dem Teil und wird nie auf das Plastik selbst gedruckt.
- Sticker erreichen Rundungen, die ein Decal nicht schafft, aber jeder Sticker hat eine Kante, und auf einem kleinen Gesicht ist diese Kante leicht zu sehen.
- Handbemalung gibt dir die volle Kontrolle, doch ein Torso oder ein Gesicht ist winzig. Jede Linie muss sitzen, und du wiederholst sie für jedes einzelne Exemplar.
Der folgende Workflow zeigt, wie du eigene Motive mit dem eufyMake E1 auf Brick-Figuren druckst.
Schritt 1: Erstelle dein Minifigur-Design
Für das Design brauchst du ein praktisches Tool eines Nutzers aus unserer Community, der Bricks mit dem E1 individualisiert.
Öffne die Brick-Figuren-Designseite und lade ein Foto einer Person hoch. Klicke auf Generate, und die Seite verwandelt das Foto in wenigen Sekunden in ein Minifigur-Design mit Ansicht von vorn, von der Seite und von hinten. Wenn du ein Foto als Lego Figur sehen willst, bekommst du hier in Sekunden eine druckfertige Vorlage.
Unterhalb der Vorschau kannst du außerdem den Gesichtsausdruck ändern.

Wenn eine Farbe im Design zur Farbe des Teils passt, wähle die Teilfarbe mit der Pipette aus. Jeder passende Bereich wird dann aus dem Druck ausgespart.
Das spart Tinte und verhindert, dass der Drucker dieselbe Farbe über das Teil legt. So vermeidest du Farbabweichungen und sichtbare Kanten.
Falls die Aussparung zu viel entfernt, nutze Undo und Redo unten links.
Lade die Bilddatei herunter, wenn du zufrieden bist. Wenn du ohne Jig drucken willst, lade zusätzlich die Konturdatei herunter.

Schritt 2: Design importieren und Tinte einstellen
Importiere das Bild in die eufyMake Software.
Starte bei der Tinte mit 3 Schichten Weiß und 1 Schicht CMYK. Weiß wird zuerst gelegt, damit die Farbe des Teils darunter die Farben oben nicht verändert.
Dunkle Teile brauchen mehr Weiß. Ein heller Hautton auf einem schwarzen Torso kann 5 bis 8 Schichten benötigen; mit weniger Schichten wirkt er grau.
Wenn eine Farbe grau aussieht, ergänze Weiß, bevor du etwas anderes änderst. Wirkt ein Hautton auf einem dunklen Teil weiter flach, gib etwas mehr Magenta und etwas mehr Gelb hinzu.
Schritt 3: Das Teil fixieren
Hier gibt es zwei Wege, und beide starten vom selben Design.

Nutze einen Jig für wiederholbare Positionierung. Wenn du einen 3D-Drucker hast, kannst du ein Jig-Modell herunterladen oder die Jig-Dateien aus dem Design-Workflow verwenden.
Drucke den Jig, setze die Teile in ihre Aufnahmen und erfasse das Druckbett mit Snapshot.
Sobald die Teile positioniert sind, richtest du das Motiv am erfassten Bild aus. Ein Jig kann mehrere Teile in einem festen Layout halten, was Wiederholungen und Chargen deutlich vereinfacht.
Mit dem eufyMake E1 kannst du einen Jig außerdem scannen, sein Layout speichern und für spätere Projekte wiederverwenden oder teilen.

Nutze eine Kontur für Einzelteile. Ohne 3D-Drucker kannst du die heruntergeladene Kontur als Positionierungshilfe verwenden.
Drucke die Kontur, lege das Brick-Figuren-Teil in die passende Form und richte das Motiv am Teil aus.
Das ist eine einfache Option für Einzelprojekte, wobei ein Jig für wiederholtes Drucken meist komfortabler ist.

Schritt 4: Prüfe den Druck, bevor du mehr druckst
Wenn dein Design sehr feine Linien enthält, drucke zuerst einen Test mit dünnen Linien.
Manche Teile tragen feine Linien aus der Formgebung, und ein dünner Druck kann sie sichtbar machen.

Worauf du bei einem Lego-UV-Drucker achten solltest
Nicht jeder UV-Drucker eignet sich gleich gut für Minifiguren und Steine. Kleine Teile bringen eigene Herausforderungen mit, von feinen Details auf einem winzigen Torso bis zur fluchtenden Ausrichtung über mehrere Teile.
Hier sind einige Punkte, die du vor dem Kauf prüfen solltest.
Druckqualität auf kleinen Teilen
Ein Minifigur-Gesicht ist nur wenige Millimeter groß, deshalb müssen feine Linien und Farbübergänge sauber bleiben. Achte auf einen Drucker mit genügend Auflösung, um kleine Linien und Merkmale klar wiederzugeben, und teste, wie gut er Motive in der Größe verarbeitet, die du tatsächlich drucken willst.
Steine und Minifigur-Teile gibt es in vielen Farben, auch in Schwarz und anderen dunklen Tönen. Ohne weiße Basisschicht kann helles Motiv auf dunklem Plastik stumpf wirken oder verschwinden. Prüfe, ob der Drucker weiße Tinte unterstützt und sich deren Schichten pro Design anpassen lassen.
Positionierung und Wiederholgenauigkeit
Kleine Custom-Teile sind nicht immer leicht zu positionieren. Ein Drucker mit kamerabasierter Positionierung hilft dir, das Motiv direkt über einem einzelnen Teil zu platzieren, ohne für jedes Design einen eigenen Jig zu bauen.
Für wiederholtes Drucken bietet ein Jig feste Positionen für mehrere Teile. Das ist besonders nützlich, wenn du über eine Charge hinweg gleichbleibende Platzierung brauchst oder dasselbe Design später erneut drucken willst.
Im Idealfall unterstützt der Drucker beide Workflows, damit du pro Projekt die passende Methode wählen kannst.
Mehrere Teile in einem Durchgang
Wenn du mehrere Minifiguren individualisierst oder Teile für ein MOC, also einen Eigenbau, produzierst, wird Einzelteildruck schnell mühsam. Prüfe die tatsächliche Druckfläche, nicht nur die Gesamtgröße des Druckers.
Ein größeres Bett gibt dir Raum, mehrere Köpfe, Torsos, Beine oder Fliesen in einem Jig anzuordnen und mehr Teile in einem Job fertigzustellen.
Ein Drucker, der in deine Heimwerkstatt passt
Viele AFOLs arbeiten an Schreibtisch, Regal oder in einem kleinen Hobbyraum statt in einem eigenen Produktionsraum.
Ein großer Industrie-UV-Drucker kann mehr Platz beanspruchen, als das Projekt verlangt.
Ein kompakter, leichter Desktop-Drucker lässt sich leichter in eine Heimwerkstatt integrieren und umstellen, wenn sich dein Arbeitsplatz ändert.
Das hilft auch kleinen Unternehmen, die Custom-Teile in begrenzten Stückzahlen fertigen, statt eine große Produktionslinie zu fahren.

Wartung und laufende Kosten
UV-Druck umfasst mehr als den Anschaffungspreis. Tintenverbrauch, Wartung und Ersatzteile beeinflussen ebenfalls die Kosten pro Projekt.
Der Verbrauch an weißer Tinte kann steigen, wenn du auf dunkle Teile druckst oder mehr Deckung aufbaust. Designs mit starken erhabenen Texturen können mehr Tinte brauchen als flache Drucke. Eine Schätzung des Tintenverbrauchs vor dem Druck hilft dir, Kosten zu planen.
Berücksichtige außerdem, wie der Drucker Routinereinigung und Ruhephasen handhabt. Ein Wartungssystem, das Tinten- und Druckkopfpflege übernimmt, macht den regelmäßigen Betrieb weniger aufwendig.
Warum der eufyMake E1 eine Überlegung wert ist

Der eufyMake E1 ist für Desktop-UV-Druck ausgelegt, aber mehrere seiner Funktionen sind besonders nützlich, wenn du mit kleinen Minifigur-Teilen, Custom-Steinen und MOC-Details arbeitest.
Häufig gestellte Fragen
Kann ich zu Hause direkt auf Lego-Steine drucken?
Ja. Ein Desktop-UV-Drucker kann Motive direkt auf kompatible Lego-Steine, Fliesen und Minifigur-Teile drucken.
Du brauchst eine Möglichkeit, jedes Teil zu fixieren, etwa einen Jig oder eine gedruckte Kontur, und solltest die Tintenhaftung testen, bevor du fertige Teile bedruckst.
Ist UV-Druck besser als Tampondruck für Lego?
Beide bedienen unterschiedliche Bedürfnisse. UV-Druck ist digital gesteuert, unterstützt vollfarbige Motive und ist praktisch für Custom-Designs und kleine Auflagen. Tampondruck erzeugt in der Regel eine glattere Oberfläche, die dem traditionellen Lego-Druck näher kommt.
UV-Druck kann eine leicht erhabene oder strukturierte Oberfläche hinterlassen. Vergleiche also Muster, wenn die Optik für deine Sammlung wichtig ist.
Woher bekomme ich einen Jig?
Du kannst das Jig-Modell von der Designseite herunterladen, die Jig-Dateien und gespeicherten Layouts aus diesem Guide nutzen oder einen eigenen Jig in der eufyMake Software scannen und sein Layout speichern.
Weitere Ideen, von Golfbällen über Keycaps bis zu Stiften, findest du in unserer Übersicht zu UV-Drucker-Jig-Ideen.
Wie teuer ist es, eine eigene Legofigur zu machen?
Eine pauschale Zahl lässt sich nicht nennen, weil die Kosten von Drucker, Tinte und Teilen abhängen. Am stärksten ins Gewicht fallen weiße Tinte auf dunklen Teilen und erhabene Texturen, die mehr Verbrauch verursachen als flache Designs.
Die eufyMake Software schätzt den Tintenverbrauch je Farbkanal und die Druckzeit vor dem Druck ab, sodass du die Kosten eines Designs vorher sehen kannst. Dazu kommen der Preis der Rohlinge und gegebenenfalls Material für einen Jig.
Kann man Lego personalisieren?
Ja. Mit UV-Druck bringst du vollfarbige Motive, Fotos, Namen und Logos auf kompatible Steine, Fliesen und Minifigur-Teile auf, vom Foto als Lego Figur bis zum personalisierten Lego Bild auf einer Fliese.
Für Rundungen, die der Direktdruck nicht sauber erreicht, ergänzen UV-DTF-Sticker den Workflow.








