Es ist eine aufregende Zeit: Immer mehr Maker halten endlich ihren eufyMake E1 in den Händen.
Wir möchten dir helfen, schon bei deinem allerersten Druck das bestmögliche Ergebnis zu erzielen.
Zusammen wächst man am besten. Viele der folgenden Tipps stammen direkt aus unserer Community (ihr seid die wahren Experten!).
Indem wir diese Erfahrungen teilen, können wir alle Zeit sparen, Materialverschwendung reduzieren und frustrierende Fehler vermeiden.
Diese Liste wird ständig erweitert, während sich unsere Hard- und Software weiterentwickelt. So hast du immer die aktuellsten Best Practices parat.
1. Achte immer auf eine flache Oberfläche
Beim UV-Direktdruck ist der Abstand zwischen Druckkopf und Objekt der wichtigste Faktor für ein gestochen scharfes Bild. Der E1 nutzt einen Laser, um den höchsten Punkt deines Objekts zu erfassen und eine sichere Druckhöhe einzustellen.
Wenn dein Gegenstand schief oder nicht absolut plan (flach) liegt, nimmt der Laser diesen einen höchsten Punkt als Referenz. Das bedeutet, dass der Druckkopf für die tiefer liegenden Bereiche deines Objekts plötzlich zu weit entfernt ist.
Ist der Abstand (Gap) zu groß, können die Tintentröpfchen abdriften oder streuen, bevor sie die Oberfläche treffen (deshalb wirken Bilder manchmal unscharf oder verschwommen).

2. Schau unter das Standard-Druckbett
Wenn du deinen Drucker zum ersten Mal einrichtest, nimm das Standard-Druckbett genau unter die Lupe. Achte darauf, alle schwarzen Schaumstoffteile von der Unterseite zu entfernen.
Da der Schaumstoff schwarz und das Maschinengehäuse dunkel ist, übersieht man leicht mal ein Stück.
3. Vor dem Drucken immer reinigen
Ein bisschen Staub kann ein großes Projekt ruinieren. Wir empfehlen dir, jeden Gegenstand mit einem fusselfreien Tuch oder etwas Isopropanol abzuwischen, bevor du ihn auf das Druckbett legst.
Das Entfernen von Fetten und Fingerabdrücken stellt sicher, dass die Tinte perfekt auf der Oberfläche haftet.
4. Setze Malerkrepp clever ein
Kreppband (Malerkrepp) ist eine der einfachsten Methoden, um dein Setup sauber zu halten. Klebe damit den Bereich um dein Objekt ab, um eventuellen Sprühnebel (Overspray) aufzufangen.
Ragt dein Design leicht über den Rand hinaus, landet die Tinte auf dem Klebeband statt auf der Haftmatte. Da UV-Tinte die Klebkraft der Matte mit der Zeit verringern kann, verlängerst du so ihre Lebensdauer.
Aber hier ist Vorsicht geboten:
Löst sich das Klebeband oder ist es nicht richtig festgedrückt, erkennt der Laser es möglicherweise als höchsten Punkt. Schon diese kleine, abstehende Kante kann die Druckhöhe verfälschen und zu unscharfen Ergebnissen führen.
Drücke also alle Kanten fest an, damit alles komplett flach aufliegt.

Bild: Melissa Yamello
5. Nutze bis zu 100 mm mit der Nullpunkt-Ausrichtung
Wenn du schneller in deine Projekte starten willst, ist die Nullpunkt-Ausrichtung (Zero-Point Alignment) eine tolle Abkürzung. Damit überspringst du die üblichen Ausrichtungsschritte und legst direkt los, ohne dass zusätzliches Setup dich ausbremst.
Außerdem hast du so mehr Platz zum Arbeiten. Während der Standardmodus ein Höhenlimit von 60 mm hat, kannst du mit der Nullpunkt-Ausrichtung Objekte bis zu 100 mm Höhe bedrucken.
Das ist perfekt für größere, ambitioniertere Projekte (wie dickere Holzblöcke oder tiefe Schatullen).
6. Bleib in der Mitte für die beste Ausrichtung
Aufgrund der natürlichen Linsenverzerrung kann die Ausrichtung zu den Rändern hin leicht abweichen.
Für höchste Präzision platzierst du deine Objekte am besten genau in der Mitte des Druckbetts. Dort arbeitet die Kamera des E1 am genauesten.
Musst du doch mal nah an den Rändern drucken, ist die Verwendung einer Schablone (Jig) der beste Weg, um 100%ige Genauigkeit zu gewährleisten.
7. Füge deinem Design eine Beschnittzugabe (Bleed) hinzu
Minimale Verschiebungen bei der Ausrichtung können zu dünnen, unbedruckten Rändern führen. Um das zu vermeiden, solltest du dein Design ein klein wenig über die tatsächliche Objektgröße hinaus vergrößern.
Diese Extra-Marge (Beschnittzugabe) garantiert eine vollständige Abdeckung, selbst wenn es beim Druck zu einer winzigen Verschiebung kommt.
8. Nutze Schablonen (Jigs) für Seriendrucke
Schablonen sind absolute Lebensretter bei der Serienproduktion. Wenn du mehrere Kopien desselben Artikels druckst (wie zum Beispiel personalisierte Bierdeckel oder Schlüsselanhänger), sorgt eine Schablone dafür, dass jedes einzelne Teil an exakt derselben Stelle liegt.
Außerdem sparst du dir so das manuelle Neuausrichten jedes einzelnen Teils.

Bild: Michael Mikkelson
9. Drucke horizontal, um Zeit zu sparen
Wenn du rechteckige Objekte bedruckst, versuche sie horizontal (im Querformat) auf dem Druckbett auszurichten. Das ist viel schneller, als vertikal (im Hochformat) zu drucken, besonders wenn du mehrere Objekte gleichzeitig bearbeitest.
Jedes Mal, wenn der Druckkopf das Ende seiner Bahn erreicht, muss er abbremsen, anhalten und dann in die entgegengesetzte Richtung wieder beschleunigen.
Wenn du deine Artikel horizontal auslegst, reduzierst du die Gesamtzahl der Richtungswechsel, die die Maschine machen muss.
10. Verwende "Assisted Shot" für knifflige Materialien
Wir haben die Funktion Assisted Shot (Unterstützte Aufnahme) für besonders schwierige Objekte hinzugefügt. Damit kannst du die höchste Ebene deines Materials manuell bestätigen oder anpassen, bevor das Ausrichtungsfoto gemacht wird.
Das ist ein echter Segen bei kleinen, transparenten oder stark reflektierenden Materialien, bei denen der automatische Sensor durch Spiegelungen irritiert werden könnte.
11. Schüttle deine Tinte sanft
Bevor du deine Tintenpatronen einsetzt, solltest du sie leicht schütteln. Das verhindert, dass sich die Pigmente am Boden absetzen, und hält deine Farben konstant.
Aber bitte nicht zu wild schütteln! Zu starkes Schütteln kann Luftbläschen in die Tinte bringen, was wiederum zu Lücken in deinem Druckbild führen kann.
12. Gleiche Flaschen mit einem 3D-gedruckten Keil aus
Wenn du auf konischen Objekten wie bestimmten Wasserflaschen druckst, ist die Oberfläche von Natur aus nicht eben.
Das kannst du beheben, indem du einen kleinen 3D-gedruckten Keil (Shim) verwendest, um das schmalere Ende der Flasche abzustützen. Das stellt sicher, dass der gesamte Druckbereich auf einer konstanten Höhe bleibt und der Druckkopf sich nicht zu weit von der Oberfläche entfernt.

Bild: Michael Mikkelson
13. Vorsicht bei dünnen Materialien, die sich wellen
Sei vorsichtig beim Bedrucken von dünnen Materialien wie Leinwand oder Acrylplatten, die dünner als 1 mm sind.
Wenn UV-Tinte aushärtet, schrumpft sie leicht und erzeugt Spannung. Das kann dazu führen, dass sich die Ränder während des Drucks nach oben wölben.
Wenn sich das Material zu stark wellt, kann es zu einem Headstrike kommen – die Oberfläche berührt also den Druckkopf. Bei flexiblen oder sehr dünnen Objekten solltest du versuchen, mit weniger Tintenschichten zu arbeiten, um die Spannung zu reduzieren. Alternativ musst du sicherstellen, dass das Material sehr fest fixiert ist, damit es absolut flach bleibt.

Bild: Dan Grossman
14. Verwende hochwertige Dateien (300+ DPI)
Für diesen professionellen, hochauflösenden Look ist die Qualität deiner digitalen Datei alles entscheidend.
Wir empfehlen, wann immer möglich, Vektorgrafiken zu nutzen, da man diese verlustfrei skalieren kann. Wenn du Bilder (Rastergrafiken) verwendest, vermeide es, sie einfach größer zu ziehen, da dies zu Verpixelung führt.
Für gestochen scharfe Ergebnisse solltest du mindestens 300 DPI verwenden. Bei Aufklebern oder Artikeln mit winzigen Details sind 400 bis 600 DPI ideal.
Wenn du unser integriertes Textwerkzeug nutzt, versuche außerdem, die Schriftgröße bei mindestens 2 pt zu halten, um die bestmögliche Lesbarkeit zu garantieren.
15. Nutze weiße Grundmaterialien, um Tinte zu sparen
Der E1 druckt wunderbar auf dunklen Oberflächen. Aber je dunkler der Artikel, desto mehr weiße Tinte verbrauchst du als Basis.
Um Tintenkosten zu sparen, überlege dir, weiße Rohlinge (wie weiße Handyhüllen oder Fliesen) zu kaufen oder deine Oberfläche vorab mit einem weißen Primer zu behandeln.
16. Wähle die richtige Weiß-Schicht
Du brauchst nicht immer eine dicke weiße Grundschicht.
Bei durchsichtigen Objekten ist eine deckende weiße Schicht unverzichtbar, aber bei helleren Materialien kannst du sie reduzieren. Die Wahl der richtigen Schichtdicke hilft dir, deinen Tintenverbrauch effizient zu steuern.

Bild: Christiaan Lowe
17. Verzichte auf Weiß bei Kunstleder
Bei flexiblen Materialien wie weißem Kunstleder empfehlen wir, die weiße Tintenschicht wegzulassen und nur CMYK (Farbe) zu drucken.
Da weiße Tinte dicker ist, kann sie Risse bekommen, wenn das Kunstleder gebogen oder geknickt wird.
CMYK-Tinte ist viel dünner und flexibler, sodass dein Design deutlich länger hält, ohne zu reißen.
18. Schärfe Kanten mit dem "White Choke"
Manchmal blitzt ein winziges bisschen weiße Tinte unter deinem farbigen Design hervor. Das nennt man oft Weißblitzer (White Bleed).
Das lässt sich ganz einfach mit der Einstellung White Underbase Choke beheben. Dadurch wird die weiße Schicht minimal verkleinert, sodass sie sicher unter deinen CMYK-Farben versteckt bleibt.
Richtig eingestellt, sorgt das für wesentlich schärfere und sauberere Kanten bei deinen Drucken.

19. Behalte deine Raumtemperatur im Blick
UV-Tinte reagiert sehr empfindlich auf Umwelteinflüsse. Der E1 arbeitet am besten zwischen 15°C und 35°C bei einer Luftfeuchtigkeit von 20 % bis 85 %.
Der E1 hat zwar eine eingebaute Erkennung, aber es ist immer clever, die Temperatur an deinem Arbeitsplatz zu checken, bevor du einen großen Druckauftrag startest.
20. Überprüfe deine Transparenz-Einstellungen
In unserer Software kannst du deine Grafiken mit den Pfeiltasten für die perfekte Platzierung millimetergenau verschieben. Außerdem kannst du die Transparenz anpassen, um den Artikel darunter besser zu sehen.
Bitte denke jedoch daran, deine Transparenzwerte wieder zu überprüfen, bevor du auf Drucken klickst.
Manche Maker vergessen, dass sie die Deckkraft für die Ausrichtung verringert haben – das Ergebnis ist dann ein verblasster Druck, der nicht dem Originaldesign entspricht.
21. Mach immer einen Testdruck
Bevor du dein endgültiges, teures Objekt bedruckst, solltest du immer einen Testlauf machen.
Nutze ein Reststück oder ein ähnliches Material, um Ausrichtung und Farbe zu überprüfen. Dieser einfache Schritt kann dich vor teuren Fehlern bewahren.
22. Hebe die Schutzfolien deiner Matte auf
Wenn du die Haftmatte (Sticky Mat) einsetzt, heb die durchsichtige Plastikabdeckung von der Unterseite auf.
Sie hat die perfekte Größe, um die Oberseite der Matte wieder abzudecken, wenn du die Druckbetten tauschst. So bleibt deine Klebefläche viel länger sauber und klebrig.

Bild: Greg Buxton
23. Gib der Tinte etwas extra Zeit zum Aushärten
Obwohl UV-Licht die Tinte sofort aushärtet, brauchen manche Materialien ein wenig mehr Zeit, um die optimale Haftung zu erreichen.
Fühlt sich ein Druck noch leicht klebrig an, kannst du ihn für ein paar Minuten unter eine UV-Lampe oder einfach in die natürliche Sonne legen, um das Finish komplett durchzuhärten.
24. Nutze Fehldrucke zum Üben
Das Tolle am UV-Druck ist, dass man auf fast allem drucken kann. Wenn ein Druck mal schiefgeht, wirf den Gegenstand nicht gleich weg!
Solange die Oberfläche noch flach ist, kannst du ihn umdrehen oder direkt über den Fehler drucken, um neue Einstellungen zu testen. Eine großartige Möglichkeit, Geld zu sparen, während du lernst.
25. Heb den Karton für einen einfachen Transport auf
Wir haben die Verpackung des E1 mit einem Lift-off-Design (Abhebedeckel) entworfen, das es unglaublich einfach macht, den Drucker ein- und auszupacken.
Wenn du vorhast, deine Handarbeiten zu verkaufen und deinen Drucker mit auf Kreativmärkte, Handwerksmessen oder in verschiedene Studios zu nehmen, wirst du froh sein, den Originalkarton behalten zu haben. Die grünen Gurte und die maßgeschneiderte Passform machen den Transport deines Setups schnell und problemlos.

26. Behandle Oberflächen für einen stärkeren Halt vor
Bei sehr glatten Materialien wie Glas, Metall oder Acryl braucht die Tinte manchmal ein wenig Nachhilfe, um optimal zu haften.
Ein Haftvermittler (Primer) wirkt wie eine Grundierung, die eine stärkere Verbindung zwischen Tinte und Oberfläche schafft. Wische einfach eine dünne, gleichmäßige Schicht auf dein gereinigtes Objekt und lass sie vor dem Drucken trocknen.
Du kannst die Oberfläche auch leicht mit feinem Schleifpapier (Körnung 400–600) anrauen, um Struktur für besseren Grip zu schaffen.
Für noch anspruchsvollere Anwendungen nutzen einige Maker eine kurze Flammenbehandlung (Beflammung), um die Oberflächenspannung und damit die Haftung weiter zu verbessern.








